Low Performance in der Arztpraxis: 7 wirksame Schritte für mehr Teamleistung
- Valeria Scheideler
- 18. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Was bedeutet Low Performance in der Arztpraxis?
In Arztpraxen gibt es Phasen, in denen einzelne Mitarbeitende nicht die erwartete Leistung erbringen. Das muss nicht bedeuten, dass sie unmotiviert oder unwillig sind – oft wollen sie sehr wohl ihren Beitrag leisten, werden jedoch durch äußere oder innere Faktoren daran gehindert.
Häufige Ursachen für Leistungsdefizite
Low Performance kann viele Gründe haben. Typische Ursachen im medizinischen Praxisalltag sind:
Fehler bei der Personalauswahl oder ungenutzte Probezeit
Struktur- oder Führungswechsel innerhalb der Praxis
Über- oder Unterforderung durch unpassende Arbeitslast
Fehlende Klarheit bei Prozessen und Aufgaben
Wenig oder unpräzises FeedbackKonflikte im Team (Mobbing, Ausgrenzung, Spannungen)Verschobene Lebensprioritäten
Private Belastungen wie familiäre Pflege, Krankheit oder Trauerfälle
Frust durch fehlende Entwicklungschancen
In einer Arztpraxis wirken sich zudem hoher Patientendurchsatz, Zeitdruck und Notfälle verstärkend aus.
Warum Nichtstun die Situation verschlimmert
Ignorieren Praxisleitungen Leistungsprobleme, kann das Teamklima leiden. Kolleg*innen müssen zusätzliche Aufgaben übernehmen, was zu Überlastung, Frust und sinkender Motivation führt. Frühzeitiges Eingreifen ist daher entscheidend.
7 Schritte, wie Praxisleitungen bei Low Performance vorgehen können
1. Ursachen statt Schuldige suchenTrennen Sie Person und Problem. Ein respektvolles, lösungsorientiertes Gespräch ist der erste Schritt.
2. Klärende Fragen stellen
Welche konkrete Leistung oder welches Verhalten ist problematisch?
Liegen objektive Fakten vor oder nur subjektive Eindrücke?
Was war anders in leistungsstarken Phasen?
Wie wurde bisher auf Feedback reagiert?
3. Erwartungen klar formulierenDefinieren Sie messbare Ziele zu Verhalten, Qualität und Zusammenarbeit. Halten Sie diese schriftlich fest.
4. Regelmäßiges Feedback etablierenKurze, wöchentliche Gespräche helfen, Fortschritte zu prüfen und früh gegenzusteuern.
5. Unterstützung anbietenSchulungen, Mentoring oder strukturierte Einarbeitung können entscheidend sein.
6. Team schützenVerantwortlichkeiten anpassen, Überlastung reduzieren und bei Bedarf Supervision oder Teambesprechungen organisieren.
7. Konsequenzen zieheFalls keine Verbesserung eintritt, müssen Aufgaben neu verteilt, Versetzungen erwogen oder – als letzte Option – arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet werden.
Wenn sich nichts ändert
Bleiben Fortschritte aus, sollten Sie gemeinsam mit Personalverantwortlichen oder externer Beratung einen klaren Handlungsplan entwickeln.
Dabei gilt: Konsequent, aber fair vorgehen.
Fazit
Low Performance in der Arztpraxis ist selten ein reines Motivationsproblem – meist steckt eine Mischung aus individuellen, organisatorischen und externen Faktoren dahinter. Wer früh handelt, schafft Klarheit, verbessert Leistungen und stärkt das gesamte Team – zum Wohle der Patientenversorgung.



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